01.08.2022
Ein Sommer ohne unseren Eberhofer?! Nicht dran zu denken! Zum Glück muss da niemand durch. Mit GUGLHUPFGESCHWADER startet am 4. August nämlich die achte Verfilmung der beliebten Krimireihe von Rita Falk um Polizist Franz Eberhofer in den deutschen Kinos. Nachdem der Vorgänger KAISERSCHMARRNDRAMA im letzten Jahr ein millionenfaches Publikum in die Kinosäle lockte, darf man gespannt sein, was diesmal auf den Eberhofer und die liebenswerte Niederkaltenkirchener Dorfgemeinschaft zukommt. Denn ruhig wird es gewiss nicht werden. Und das, obwohl sich der Eberhofer eigentlich auf sein Dienstjubiläum freuen könnte. Also was (oder eher wer) verhagelt dem Franz seine Feierlichkeiten?
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Externe Daten ladenNach dem ersten Blick in den Trailer stehen zwei Dinge schonmal fest. Das Publikum darf sich auf neue ursympathische Charaktere und ganz viel Farbe freuen. Mit dem Lotto-Otto strahlt ein neuer Stern am niederbayerischen Mode-Firmament. Und er strahlt hell. Zwar nicht heller als die blonden Strähnchen auf dem Flötzinger-Haupt, der, so scheint es, den Streifenhörnchen-Look in Niederkaltenkirchen etablieren möchte. Aber Konkurrenz macht Otto ihm allemal. Da scheint es höchste Zeit, sich die Eberhofer-Styles einmal genauer anzuschauen und vielleicht sogar Anstoß für die eigene Garderobe zu finden.
Mit der tollkühnen Kombi „Milchbärtchen trifft Mittelscheitel“ setzt Otto einen gewagten neuen Akzent im Niederkaltenkirchener Dorfbild. Während ihn diese Attribute wie einen Angehörigen eines Turnvereins aus den 1920er Jahren erscheinen lassen, übt er jedoch schon in der Oberbekleidung mit Musterhalstuch und neongrünem Käppi einen abermals mutigen Kontrast, wodurch jede modehistorische Einordnung keck vereitelt wird. Selbst der Eberhofer, sonst eher nicht als ausgewiesener Modeexperte bekannt, erlaubt sich die berechtigte Frage: „Trägt ma des heit a so?“. „Absolut, Oida!“, lautet darauf Ottos selbstbewusste Antwort. Kein Zweifel: Es gibt einen neuen heißen Trendsetter im niederbayerischen Mode-Mekka. Ob er damit wohl jemandem den Rang streitig machen möchte? Immerhin gibt es schon eine allseits beliebte Ikone, die modisch polarisiert: Urgestein Flötzinger.
Zu unterscheiden ist hier zwischen den Kategorien „Flötzinger classic“ und „Lottoking Flötzi“. Denn der spießige Gas-Wasser-Scheiße-Mann mit Hornbrille, Latzhose und stetem Drang zu Höherem entpuppt sich bei vermeintlicher Geldzufuhr als psychedelischer Schmetterling: Strähnchen-Frisur, Goldkettchen, ja sogar Goldkettchen-Ensemble. Stammtischbruder Simmerl reagiert fachkundig: „Flötzinger, schaust du scheiße aus!“ Aber über Geschmack lässt sich bekanntlich ja streiten. Allerspätestens mit seinem gackerlgelben Anzug zum Lamborghini-Orange ist der Flötzinger optisch für Niederkaltenkirchen eine echte Subdominante. Das macht ihm so schnell keiner nach. Hoffentlich.
Auf Oma Eberhofer im neongelben Leibchen werden die Fans vergeblich warten. Aber mit beige macht man ja auch wenig falsch. Deswegen bekommt sie aus der fernen, woken Welt der politischen Korrektheit farbliche Verstärkung. Im casual Heilsarmee-Style ist Theresa, die ursensible neue Freundin von Rudi Birkenberger, modisch weniger sportlich als Otto oder Flötzinger, vermag dafür aber ganzheitlich neue Akzente zu setzen. Hier geht es um Gefühle! Da muss selbst der stoffelige Franz zum Gespräch anrücken und seine neu entwickelte Eifersucht erklären, nur weil Rudi sich nicht mehr voll auf die Polizeiarbeit konzentrieren möchte. Mode ist ja auch ein Ausdruck des Inneren und Theresa kommt es eben auf Inhalte an. Dabei lebt sie ihren Stil nicht nur in der eigenen Kleidung aus. Denn Theresa hat nicht nur Rudis Wohnung zu einem Hort des Spirituellen umgebaut, sondern auch sein Hirn gehörig umgestaltet.
Die Familie Eberhofer bleibt modisch weitgehend stabil, denn ihre Looks verharren tapfer in der Vergangenheit: Die Oma lebt nun wieder in ihren Kittelschürzen und Strickjankern aus den Sechzigern, der Papa trägt zum Joint gern Latzhose und Parka wie schon seit circa 1976, und Franz schwört auf die Achtziger-Jahre-Sparversion an Rockigkeit in Tateinheit mit Halbuniform. Nur Bruder Leopold versucht das Familien-Niveau zu heben, z. B. durch seine Sammlung erlesener Pullunder. Kann man nichts mit verkehrt machen… oder doch?
Eberhoferfreundin Susi ist immerhin schon in den Nullerjahren angelangt und auch modisch etwas unbekümmerter. Mit weinrotem Leder oder Girlie-Jeansjacke zu blauweißem Sternchenleibchen oder pinker Jeans ist sie richtig flott unterwegs. Dieses verlässliche Pink war – besonders am unteren Rücken – lange eine hilfreiche Signalfarbe, um die Aufmerksamkeit vom Franz zu gewährleisten, ist aber inzwischen um ein geschmackvolles Leopardenmuster erweitert worden. Offenbar ist das Liebesleben mit Franz in der Phase „Gib mir Tiernamen“ angelangt, denn neben der Leopardenhose gibt es nun als Neuerung eine Bluse mit Zebramuster. Der Franz ist jetzt scheinbar „hungriger Löwen“. „Antilope“ ist der Susi trotzdem lieber als Zebra, „eine scharfe Antilope“, wie der Franz sofort bestätigt.
Mit dem Lotto-Otto und Rudis Theresa kommt nicht nur optisch frischer Wind in die Niederkaltenkirchener Krimireihe. Die beiden sorgen auch für so einige Turbulenzen im trauten Leben der Eberhofer Familie. Aber wenn es einer schafft, zwischen Glücksspiel und Fleischverzicht noch Freundschaften und Beziehungen zu retten und außerdem für Recht und Ordnung zu sorgen – dann jawohl der Franz Eberhofer! Welche Dramen sich genau in der bayrischen Provinz abspielen, gibt es ab dem 4. August im Kino zu sehen.